Girlsday 2016 fand großen Anklang

30 Mädchen der Klassen 5 bis 10 aus der Region Greifswald, Anklam und der Insel Usedom zogen sich gestern im Klinikum Karlsburg einen weißen Kittel über. Sie nutzten den Girls Day, um den Klinikalltag kennen zu lernen und vor allem Berufe, die als männertypisch gelten: Kardiologin, Herzchirurgin, Kardiotechnikerin, Haustechnikerin. „In Karlsburg wollen wir den Mädchen zeigen, wie spannend Berufe in einer Klinik sein können und welche großen Möglichkeiten sich bieten“, sagte Herzchirurgin Dr. Elpiniki Katsari, die den Tag zum achten Mal organisierte. Noch immer entschieden sich bundesweit 70 Prozent aller Mädchen für ca. 20 Berufe, dabei sei das Berufs-Spektrum groß. 
Unter den Teilnehmerinnen zum Girls Day im Klinikum Karlsburg waren auch vier Mädchen der Klasse 9 des Jahn-Gymnasiums Greifswald. Begleitet wurden sie von Schulsozialarbeiterin Anette Struck. „Die Berufswahl fällt vielen Schülerinnen und Schülern schwer, deshalb nutze ich den Tag, um mich ebenfalls zu informieren, um besser beraten zu können“, sagte die Sozialarbeiterin. 
Herzchirurgin Dr. Katsari hatte mit ihrem Team von Ärzten und Schwestern viele praktische Übungen für die Teilnehmerinnen am Girls Day vorbereitet. Kardiotechnikerin Sandra Ross erklärte die Herz-Lungen-Maschine und ließ die Mädchen die wichtigsten Handgriffe bei einer Herzoperation üben. Anschließend durften sie mit Mundschutz, Handschuhen und den typisch gebogenen OP-Nadeln eine OP-Naht ziehen. Geschick war gefordert. Auch Sozialarbeiterin Struck nahm gemeinsam mit ihren Schülerinnen die Herausforderung an. Schon das Einfädeln des Fadens brauchte seine Zeit. Beeindruckend fanden die Mädchen aus Greifswald aber auch die verschiedenen Stents und Herzklappen,die sie begutachten durften. Oder das umfangreiche OP-Besteck: die Klemmen, Pinzetten, Scheren und die Säge, die zum Öffnen des Brustkorbes bei der Operation dient. „Das könnte ich nicht“, war nicht nur einmal von den Mädchen anerkennend zu hören. Die Ärzte und Schwestern des Klinikums sprachen ihnen gut zu, schließlich sei alles eine Frage des Lernens und der Routine. Menschen zu helfen, bereite vor allem viel Freude, sei ein gutes Gefühl.