Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie –
LV Unterstützungssysteme (kunstherz)

Herzunterstützungssysteme

Die Zahl der Menschen mit schwerer Herzschwäche nimmt zu. Das hat seine Ursachen in der demografischen Entwicklung: Immer mehr Menschen erreichen ein höheres Lebensalter, auch weil sie ihren Myokardinfarkt überleben. Doch den Patienten mit chronischem Herzversagen steht eine geringer werdende Zahl von Spenderorganen gegenüber. Als Alternative kann allein die Implantation von mechanischen Pumpsystemen  angesehen werden. 
In Karlsburg wird seit dem Jahr 2013 das Heartware-System genutzt. Dabei wird eine Rollerpumpe in die Herzspitze der linken Herzkammer integriert, die eine Pumpleistung von bis zu fünf Litern pro Minute ermöglicht. Die Energieversorgung erfolgt über ein Kabel, das aus dem Thorax herausführt und mit einer Batterie verbunden wird, die der Patient am Gürtel trägt. Das Heartware-System kann als Übergang zur Organtransplantation oder als permanente Lösung fungieren.
Die Herzchirurgie im Klinikum Karlsburg ist eine hochmodern ausgerüstete und sehr leistungsfähige Klinik, die das gesamte herzchirurgische Spektrum für einen erwachsenen Menschen umfasst. Ausgenommen sind allein Herztransplantationen.
Erster Patient mit Heartware-Herzpumpe

Der Usedomer Walter Haar bekam als erster Patient im Klinikum Karlsburg im Frühjahr 2013 erfolgreich eine Heartware-Pumpe implantiert.

Leben ohne Puls - eine Patientengeschichte

Kurt Bieche bückt sich nach den Äpfeln in seinem Garten im brandenburgischen Fürstenwerder. Es ist eine reiche Ernte 2014. Wer den 69-Jährigen nicht kennt, würde meinen, er genieße ein ganz normales und aktives Leben im Ruhestand. Wenn da nicht der Gürtel mit den schwarzen Taschen wäre, den er ständig bei sich trägt. Darin sind kleine Akkus für die Herzpumpe, die er im Frühsommer im Klinikum Karlsburg implantiert bekam. Plötzlich und ohne vorherige Herzerkrankung hatte Bieche einen Herzinfarkt erlitten. „Er kam wie ein Dieb in der Nacht“, erzählt er. Die Herzkranzgefäße waren verschlossen, Bypässe mussten gelegt werden.  Doch der  Patient erholte sich nicht, lag im künstlichen Koma. „Die Ärzte hatten kaum noch Hoffnung. Es gab nur die Möglichkeit, ein Herzunterstützungssystem einzupflanzen, das das Blut in stetem Fluss durch den Körper pumpt“, erzählt Sohn Thomas Bieche. Die Entscheidung über den Eingriff habe man sich in der Familie nicht leicht gemacht. Denn niemand habe gewusst, ob es gut geht, und ob der 69-Jährige das auch gewollt hätte: ein 160 Gramm Hightech-Gerät aus Titan in der Brust, das per Spezialkabel durch die Bauchdecke mit Batterien verbunden ist. Ein Akku läuft vier Stunden und muss dann gewechselt und aufgeladen werden. Ein Signalton erinnert daran.
„Heute sind wir natürlich glücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass mein Mann und ich noch einmal so lebensfroh den Alltag genießen können“, sagt Dietlinde Bieche. Einschränkungen hätte er kaum, meint ihr Mann und lacht. „Ich kann mit der Pumpe nicht im nahen See baden, aber das täte ich sowieso nicht.“ Kurt Bieche fährt auch Auto und ist wieder häufig im Garten anzutreffen. „Wir leben jeden Tag sehr intensiv“, sagt die Frau. Es ist schon ein kleines Wunder, wenn man den agilen Patienten heute erlebt, meint Herzchirurg Dr. Lutz Hilker im Klinikum Karlsburg. „Die Pumpleistung des geschädigten Herzens lag unter 25 Prozent“, erklärt er. Hilker betreut inzwischen ein Dutzend Patienten, die in Karlsburg seit 2013 solche Miniherzpumpen (LVAD-Systeme) implantiert bekamen und durch den steten Pumpfluss ein Leben ohne Puls führen. Das Klinikum Karlsburg ist das einzige Spezialkrankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern, das diese Leistung anbietet. Prof. Dr. Hans-Georg Wollert, Direktor der Klinik für Herzchirurgie, sieht in den Minipumpen eine Chance für Menschen, die schwerst krank sind und denen ansonsten nur eine Herztransplantation helfen könnte. Im vergangenen Jahr bekamen deutschlandweit 315 Menschen ein Spenderherz. Angesichts langer Wartelisten sind die Minipumpen also eine „echte Alternative“. 









Dietlinde und Kurt Bieche in ihrem Garten in Fürstenwerder bei der Apfelernte. Beide versuchen jeden Tag sehr intensiv zu leben und zu genießen, seitdem Kurt Bieche ein LVAD-System tragen muss.

Regelmäßiger Besuch durch "Schwester Karla" bei Pumpen-Patienten





Manfred Gipp und seine Frau im März 2015 in ihrem Garten am Haus in Burg Stargard. Auch Manfred Gipp lebt mit einem Herz-Unterstützungssystem, das ihm im Klinikum Karlsburg nach einem schweren Herzinfarkt implantiert wurde und ihm ein "zweites Leben" schenkte. Er und seine Frau sind froh über die Hilfe, die sie auch nach der Operation durch das Klinikum erfahren. Regelmäßig alle 14 Tage kommt ein Kardiotechniker bei ihnen vorbei, erkundigt sich nach dem Befinden und überprüft die Technik. "Diese Betreuung wissen wir sehr zu schätzen, sie gibt ein Stück mehr Sicherheit", sagt Manfred Gipp.








Mit dem "Schwester Karla"-Mobil werden durch das Klinikum Karlsburg sämtliche Pumpen-Patienten im Land betreut. Das ist bundesweit ein einmaliger Service. Besuch bei Patientin Monika Wahrmann in Beselin bei Rostock.

Weitere Fotos zu Schwester Karla

Notfalltelefon

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Klinikum Karlsburg

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Telefax: 038355 70-1559

E-Mail: klinikum-karlsburg@drguth.de

Weihnachtsfeier 
LVAD-Patienten

Seit dem Frühjahr 2013 werden im Klinikum Karlsburg bei schwerster Herzinsuffizienz Miniherzpumpen implantiert. Die inzwischen 31 Patienten, die mit der LVAD-Technik aus Karlsburg in Mecklenburg-Vorpommern leben, treffen sich jährlich zur Weihnachtsfeier im Klinikum. Sie nutzen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich über die Therapie, ihre Sorgen und Probleme auszutauschen und auch Mediziner und Techniker zu befragen. Die mitgereisten Angehörigen gestalten in Karlsburg ein kleines Programm.