Pneumologie

Schlafapnoe als Risikofaktor für Hypertonie, Schlaganfall und Diabetes

Ein Drittel seines Lebens schläft der Mensch. Das bedeutet für einen 75-Jährigen mit ca. sechs Stunden Nachtschlaf einen „Lebenszeitschlaf“ von mehr als 18 Jahren. Dieser Schlaf ist die Grundlage für ein gesundes Wachsein. Deshalb sollte der Schlaf gut sein. 
Aber 25 Prozent aller Deutschen haben Schlafstörungen. Die Probleme sind vielfältig:  Es gibt Ein- und Durchschlafstö­run­gen, aber auch Störungen im Schlaf-/Wachrhythmus, wie sie nach Flugreisen oder im Rahmen von Schichttätigkeit auftreten. Es gibt plötzliches nächtliches Erwachen, Schlafwandeln, Sprechen im Schlaf. Ebenso können Bewegungsstörungen wie das Restless legs-Syndrom den Schlaf stören, aber auch Um­welteinflüsse und das Schnarchen. 
Schlafbezogene Atmungsstörungen
Sehr häufig treten in Zusammenhang mit dem Schnarchen schlafbezogene Atmungsstörungen auf. Menschen, die hierunter leiden, haben in der Nacht wiederholt Atemstillstände bzw. Veränderungen des Sauerstoff- und Kohlendioxidgehaltes im Blut.  Am relevantesten, am häufigsten und am bekanntesten ist das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom. Es wird zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr bei vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen beobachtet. Diese Patienten leiden neben dem Schnarchen sehr häufig an Tagesschläfrig­keit, nächtlichem Aufschrecken mit kurzzeitiger Atemnot, nächtlichem Herzrasen, vermehrtem nächtlichen Wasserlassen (Nykturie), Nachtschweiß, morgendlicher Schlaftrunkenheit und Kopfschmerzen. Die  Menschen fühlen sich erschöpft, weisen Defizite in der Ge­dächt­nis­leistung bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen und depressiven Störungen auf. Dies hat erhebliche Folgen für den Alltag und die Lebensqualität. Wer müde und erschöpft ist, kann nicht konzentriert arbeiten, und die Fahrtüchtigkeit ist häufig deutlich eingeschränkt.  
Langfristige Folgen beachten
Schwerwiegend sind vor allem die lang­fristigen Folgen für das Herz-Kreislaufsystem. Schlaf-Apnoe ist ein unabhängiger Risikofaktor für die arterielle Hypertonie. 30 Prozent der Hypertoniker haben eine Schlafapnoe, jene mit schwer ein­stellbarer arterieller Hypertonie leiden sogar zu 90 Prozent unter Schlafapnoe. Patienten mit systolischer als auch diastolischer Herzinsuffizienz sind jeweils zu 70 Prozent von schlafbezogenen Atmungsstörun­gen betroffen. Bradykarde als auch tachykarde Herzrhythmusstörungen stehen mit der Schlafapnoe in Zusammenhang. Bis zu 75 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern haben Schlaf-Apnoe. Wird Letztere nicht behandelt, werden auch oftmals spezielle Behandlungs­methoden des Vorhofflimmerns in ihrem Ergebnis geschmälert. Patienten mit schwerer obstruktiver Schlafapnoe zeigen in vielen Gefäßbereichen arteriosklerotische Veränderungen, deren Fortschreiten bei unbehandelten schweren schlafbezogenen At­mungsstörungen deutlich progredienter ist.                                 
Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist zudem ein Risikofaktor für den Schlaganfall, den Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz. 
Als Therapie der Schlafapnoe gilt die nasale Überdrucktherapie (CPAP). 

Was passiert im Schlaflabor?

Ein Schlaflabor dient dazu, den Schlaf von Patienten zu untersuchen (Polysomnographie). Es besteht aus speziell ausgestatteten Patientenzimmern und einem zusätzlichen Raum, in dem sich die Monitoring- und Aufzeichnungsgeräte befinden.Während der ganzen Nacht erfolgt die Aufzeichnung verschiedener Körperfunktionen wie Hirnströme, Augenbewegungen, Atmung, Muskelspannung oder Sauerstoffsättigung des Blutes. Aufgrund dieser Messwerte kann am Morgen danach ein sehr genaues Schlafprofil der einzelnen Schlafstadien (zum Beispiel Wachzustand, REM-Schlaf, Tiefschlaf, kurze Aufweckreaktionen) erstellt werden. Dieses Schlafprofil lässt Rückschlüsse auf die Schlafqualität und die Ursachen zu, welche die Schlafqualität gegebenenfalls beeinträchtigen. 
Häufige Ursache einer mangelnden Schlafqualität ist zum Beispiel die Schlafapnoe. Das sind bis zu minutenlange Atemaussetzer, die zu einer Sauerstoffunterversorgung und dadurch zu wiederholten und häufigen Aufweckreaktionen führen. 

CPAP-Therapie

Die Therapieform der Wahl bei Schlafapnoe ist die Anwendung eines CPAP-Gerätes. Daher ist eine der häufigsten Therapien, die in einem Schlaflabor durchgeführt werden, die patientenspezifische Anpassung und Einstellung eines solchen Gerätes. Ein CPAP-Gerät ist allerdings nicht in dem Sinn als Therapieform zu verstehen, dass eine einmalige oder kurzfristige Anwendung zu einer Form von Heilung führt. Vielmehr ist es ein adaptives Hilfsmittel, so dass, genau wie bei einer Brille, bei Nichtanwendung der alte, unzulängliche Zustand wiederhergestellt wird. Um Nutzen zu zeigen, muss ein CPAP-Gerät also dauerhaft, das heißt möglichst in jeder Nacht, von dem Betroffenen verwendet werden. Der gesamte Aufenthalt eines Patienten im Schlaflabor kann beispielsweise drei Tage bzw. Nächte dauern, wobei die erste Nacht als Eingewöhnungsnacht, die zweite als die eigentliche Diagnosenacht und die dritte zur Einstellung und Überprüfung der CPAP-Therapie dient.

Kontakt

Pneumologin 
Dr. Dörte Walther
Klinikum Karlsburg
Telefon: 038355-700

Klinikum Karlsburg

der Klinikgruppe Dr. Guth GmbH & Co. KG
Greifswalder Str. 11
17495 Karlsburg

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