Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin –
Anästhesie

Anästhesie

Behandlungsziel ist der schmerzfreie Patient

Die große Sicherheit, mit der ein herzchirurgischer Patient heutzutage versorgt werden kann, ist nicht zuletzt Ergebnis der engen Zusammenarbeit der beiden Disziplinen Anästhesie und Herzchirurgie. Was hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren getan in der Kardioanästhesie? Eine der wichtigsten Entwicklungen ist der Paradigmenwechsel weg von einer langen postoperativen Phase in Narkose, die zur Stabilisierung der Patienten nötig war, hin zur sogenannten Fast-track-Anästhesie. Moderne Narkosemedikamente sind so extrem gut steuerbar, dass es möglich ist, Patienten auch nach großen Operationen unmittelbar wach werden zu lassen, und das bei völliger Schmerzfreiheit. So können nicht nur Intensivtherapie-Kapazitäten besser genutzt werden. Auch die Mobilisierung der Patienten inklusive intensiver Krankengymnastik und Atemtherapie kann bedeutend früher beginnen. Dadurch kann das Risiko, dass sich eine postoperative Lungenentzündung entwickelt, wesentlich reduziert werden und dem Muskelabbau durch längere Immobilität wird effektiv vorgebeugt. Neue Techniken der Regionalanästhesie mit sogenannten Schmerzkathetern helfen, die postoperative Schmerztherapie für den Patienten komfortabel und wenig belastend zu gestalten. Behandlungsziel im Klinikum Karlsburg ist der schmerzfreie Patient. Mit der sinnvollen Anwendung und Kombination der zur Verfügung stehenden Methoden lässt sich dieses Ziel heute erreichen. Postoperativer Schmerz als Ausdruck guter Heilung, wie von unzähligen Chirurgengenerationen formuliert, ist ein unzeitgemäßer Widerspruch in sich, der keinem Patienten mehr zugemutet werden darf. 

Kardioanästhesie mit neuen Kompetenzen

Der Anästhesist entwickelte sich in den letzten Jahren vom „Narkosearzt“ zum perioperativen Partner der operativen und interventionellen Disziplinen. Hier sind diagnostische Verfahren bedeutsam geworden, in denen Kardioanästhesisten hohe Kompetenz erworben haben. Mit der begleiten sie Herzoperationen und kardiologische Eingriffe am und im Herzen und erheben therapieentscheidende Befunde. Inzwischen ist beispielsweise die Ultraschalluntersuchung während Herzklappeneingriffen sowohl eine Selbstverständlichkeit wie auch eine Domäne der Kardioanästhesie. Die Möglichkeiten in der Behandlung vor, während und nach einer Narkose bei Patienten, die dem Klinikum Karlsburg zur Herzoperation anvertraut sind, befinden sich in fortwährender Entwicklung und Erweiterung. Das macht die Kardioanästhesie zu einem besonders spannenden Teilgebiet des Gesamtfaches. Moderne Herzanästhesie ist nicht mehr unvermeidbares Mittel zum Zweck, sondern integrativer Bestandteil des „Gesamtkonzepts Herzoperation“.  
Schluckecho ist Standard
Viele technische Neuerungen, die Herzanästhesie und -intensivmedizin betreffen,  sind in den vergangenen 20 Jahren entwickelt worden. Sie dienen vor allem der Verbesserung der Patientensicherheit. So ist, wie zuvor erwähnt, die Ultraschalluntersuchung durch Kardioanästhesisten vor, während und nach einer Herzoperation heute eine Selbstverständlichkeit. Während des Eingriffs wird sie als sogenanntes „Schluckecho“ durchgeführt, indem - nach der Narkoseeinleitung - eine ca. ein Zentimeter dünne Ultraschallsonde in die Speiseröhre eingeführt wird. So lassen sich hochauflösende, bewegte Echtzeit-Ultraschallbilder der Herzstrukturen darstellen. Für Herzchirurgen oder Kardiologen ergeben sich daraus wegweisende Befunde zur Steuerung ihrer Prozedur, beispielsweise bei der Platzierung von Herzklappenprothesen, Gefäßstützsystemen (Stents) der Hauptkörperschlagader (Aorta) oder der Beurteilung der Pumpleistung des Herzmuskels nach einer Versorgung mit Bypass. Operationen zur Beseitigung von Engstellen der Halsschlagader erfordern ein differenziertes Monitoring der Hirndurchblutung während des Eingriffs. Hier helfen heute moderne Regionalanästhesieverfahren ebenso wie Hirnstrommessungen (dem EEG verwandt), Patienten vor Schaden zu bewahren und zu jeder Zeit optimaleSauerstoffversorgung des Hirns zu sichern. 
Wundblut wird genutzt 
Waren früher Herzoperationen kaum ohne die Transfusion von Blutkonserven zu überstehen, ist heute die maschinelle Aufbereitung des patienteneigenen Wundblutes während der Operation absoluter Standard. Moderne sogenannte Cell Saver stellen unmittelbar im OP aus dem Wundblut qualitativ hochwertige Blutkonserven her, die dem Patienten sofort wieder zugeführt werden können. So kann der Blutverlust minimiert und ein potenzielles Infektions- und Transfusionsrisiko maximal reduziert werden. All diese Verfahren werden maßgeblich oder ausschließlich von Herzanästhesisten ausgeführt. Es sind dies nur einige Beispiele für Entwicklungen in der Herzanästhesie, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten etabliert haben, und die heute aus dem Umfeld der Herzmedizin nicht mehr wegzudenken sind. So gibt es heute kaum eine umfassendere Überwachung der Kreislaufverhältnisse, der Atmung und der Hirnfunktion als während einer Herzoperation. All das dank moderner medizintechnischer Monitoringsysteme, die in Karlsburg ständig erweitert und auf modernstem Stand gehalten werden.

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