Verhinderung von Komplikationen

Erkrankungen von Augen, Nieren und Nerven

Das Auftreten von  Veränderungen an Augen (Retinopathie und Maculopathie), Nieren (Nephropathie) und Nerven (Neuropathie)können durch normnahe Einstellung der Blutzuckerwerte verhindert werden. Dies sollte in der Regel zu HbA1c-Werten von 6,5-7,5% (Blutzucker-Langzeitgedächtnis) führen. Die Wahl des HbA1c-Zielwertes muss immer individuell erfolgen. Es ist insbesondere von Bedeutung, dass dieses Ziel erreicht wird, ohne dass schwere Unterzuckerungen auftreten. Im Einzelfall können auch höhere HbA1c-Werte ein angemessenes Therapieziel sein.

Erkrankungen des Herzens und der großen Gefäße

Es ist bekannt, dass bei Patienten  mit Diabetes Herzinfarkte, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen der Beine 2-3-fach häufiger auftreten als beim Nichtdiabetikern. Zur Verhinderung dieser Erkrankungen ist die Senkung des Blutzuckers nur wenig effektiv. Wirksam ist jedoch die medikamentöse Senkung des erhöhten Blutdrucks auf Werte unter 140/85 mmHg und die Behandlung erhöhter Blutcholesterinwerte mit bestimmten Medikamenten (Statine). Falls bereits Veränderungen an den Herzkranzgefäßen und an den die Beine und den Kopf versorgenden Gefäßen vorhanden sind, sollte zur Blutverdünnung Aspirin gegeben werden.

Diabetischer Fuß

Der diabetische Fuß ist charakterisiert durch schwerheilende offene Wunden an den Füßen. Diese Wunden kommen zustande durch eine diabetes-bedingte Nervenschädigung (Neuropathie), die zum Gefühlsverlust und zur Fehlbelastung der Füße führt. Hinzu kommt oft eine Durchblutungsstörung der Beine. Auslösend für die Entstehung der offenen Wunde des diabetischen Fußes ist in der Regel eine Verletzung. Die Wunden sind häufig durch eine Infektion kompliziert. Bei zu spät einsetzender Therapie sind Amputationen oft nicht zu vermeiden. Es ist sehr wichtig, rechtzeitig diejenigen Patienten zu identifizieren, die gefährdet sind, einen diabetischen Fuß zu entwickeln. Diese Patienten müssen zur sorgfältigen Fußpflege (podologische Behandlung)  und zur regelmäßigen Kontrolle der Füße angeleitet werden und müssen diabetesgerechte Schuhe, evtl. mit geeigneten Einlagen tragen.

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