Aortenklappenstents seit 2009 in Karlsburg

Die Implantation von Aortenklappenstents wird im Klinikum Karlsburg seit dem Jahr 2009 praktiziert. Die Methode ist noch jung. Erst 2002 wurde von Alain Cribier in Rouen in Frankreich der erste Aortenklappenstent bei einem Patienten eingesetzt. Mittlerweile wurden vom Karlsburger Heartteam über 1000 TAVI Prozeduren (Februar 2016) durchgeführt. Damit gehört das Klinikum Karlsburg deutschlandweit zu den erfahrensten Zentren, wodurch hochbetagten und schwerkranken Patienten eine Behandlungsoption eröffnet wird, die ihnen vor wenigen Jahren noch nicht zur Verfügung stand. In Deutschland zählt die Klinik damit zu den Vorreitern dieses innovativen Verfahrens. Etwa 70 Prozent der Stentimplantationen erfolgen über die Leiste im Rahmen eines transfemoralen Vorgehens und 30 Prozent werden meist wegen einer schweren peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) transapikal über die Herzspitze durchgeführt. Die Eingriffe werden wegen des hohen Lebensalters und schwerer Begleiterkrankungen als Alternative zum operativen Herzklappenersatz durchgeführt. Die im Heartteam getroffene Entscheidung zur Wahl des Verfahrens (konventionell-chirurgisch mit Herz-Lungen-Maschine oder aber interventionell transfemoral bzw. transapikal) orientiert sich dabei ausschließlich an medizinischen Aspekten. Die Verwendung von Herzklappenstents als Alternative zum operativen Vorgehen hat jetzt auch in den Leitlinien der europäischen Kardiologen Gesellschaft Einzug gehalten, die ein Heartteam und eine institutionelle Herzchirurgie fordern. Im Klinikum Karlsburg werden alle Eingriffe entsprechend den Expertenempfehlungen im hochmodernen Hybrid-OP vorgenommen, so dass für die Patienten ein optimales Umfeld vorgehalten werden kann. Zukünftig werden wir sicher auch noch andere Herzklappensysteme einsetzen. Zur Zeit sind interessante Weiterentwicklungen auch für andere erkrankte Herzklappen in der Pipeline der Hersteller.
Zuerst wird im Heartteam entschieden, ob eine konventionelle Herzoperation oder ein interventionelles Vorgehen sinnvoll ist. Hat man sich für das interventionelle Verfahren entschieden, wird festgelegt, ob man über die Leiste oder die Herzspitze den Herzklappenstent einführt. Bei Verkalkungen in den Gefäßen wird meist das Vorgehen über die Herzspitze bevorzugt.

Ansprechpartner sind Herr OA Dr. Ronald Bittner (Tel.038355/701283) von der kardiologischen Klinik und Herr CA Prof. Dr. Hans-Georg Wollert ( Tel.: 038355/701330) von der herzchirurgischen Klinik.
Im Klinikum Karlsburg wird mit zwei verschiedenen Stentsystemen gearbeitet. Den aktiv mittels Druck zu implantierenden Edwardsklappen (links) und den sich selbst expandierenden Corvalve-Stents (rechts).

Interventionelle Herzklappeneingriffe im Klinikum Karlsburg

1000. TAVI- Herzklappe

Am 3. Februar 2016 wurde im Klinikum der 1000. Aortenklappenstent bei einem
83-jährigen Patienten implantiert. 
Das Klinikum Karlsburg wurde Anfang 2016 durch die Gesellschaft für Kardiologie als TAVI-Zentrum zertifiziert. Gewürdigt wurden mit der Auszeichnung die hohe Qualität bei der Behandlung sowie die hervorragenden Bedingungen in Karlsburg.