Was versteht man unter LVAD?

LVAD bedeutet Left Ventricular Assist Device. Übersetzt: Linksventrikuläres Hilfssystem. Ein solches System implantiert man in die Spitze der linken Herzkammer, wenn deren Pumpleistung nicht mehr ausreicht, den Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Die Alternative dazu ist die Herztransplantation. Wegen der Zunahme an Patienten mit schwerer Herzschwäche bei gleichzeitig rückläufigen Herzspenden besteht ein großes Missverhältnis zwischen Patienten, die eine Transplantation benötigen und verfügbaren Organen. Für Patienten, die auf eine Herztransplanation warten und Patienten, die sich auf Grund ihrer Begleiterkrankungen und ihres Alters nicht mehr für eine Organtransplantation eignen, ist die Implantation eines „LVAD“ eine sinnvolle Alternative. In Karlsburg arbeiten wir mit dem Heartware®-System. Es handelt sich um eine Kreiselpumpe, die ca. fünf Liter Blut pro Minute in den Kreislauf pumpt. Das System wird mit der Energie aus Batterien über ein Kabel (Driveline) versorgt, das aus dem Brustkorb herausgeführt wird.
Die LVAD-Therapie hat drei Indikationen: 
  • Brücke zur Transplantation (Bridge to Transplant)
  • Brücke zur Erholung (Bridge to Recovery)
  • Endgültige Therapie bei fehlender Indikation zur Transplantation („Bridge to Destination“).  

Auf diesem neuen und innovativen Gebiet arbeiten wir mit dem Herzzentrum des Universitätsklinikum Eppendorf (Direktor Prof. Dr. med. H. Reichenspurner) zusammen. Patienten, die sich für eine Herztransplantation eignen, werden im dortigen Transplantationszentrum behandelt. Ansprechpartner ist Herr PD Dr. med. Barten, der Chirurgischer Leiter der Herzinsuffizienz und Transplantationsambulanz. 
Ständige Ansprechpartner für dieses Verfahren (VAD-Team) im Klinikum Karlsburg sind:
CA Prof. Dr. med. Wolfgang Motz,
Dr. med. Basil Alklouht, 
CA Prof. Dr. med. Hans-Georg Wollert
PD Dr. med. Reinhard Friedl
Dr. med. Ludwig Hilker 
CA Dr. med. Bernd Müllejans
Dr. med. Christian Matzky

Treffen der LVAD-Patienten Weihnachten 2016

Seit dem Frühjahr 2013 werden im Klinikum Karlsburg bei schwerster Herzinsuffizienz Miniherzpumpen implantiert. Die inzwischen 22 Patienten, die mit der LVAD-Technik in Mecklenburg-Vorpommern leben, trafen sich am 13. Dezember 2016 zum gemütlichen Beisammensein. Sie nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich über die Therapie, ihre Sorgen und Probleme auszutauschen und auch Mediziner und Techniker zu befragen. Die mitgereisten Angehörigen gestalteten in Karlsburg ein kleines Weihnachtsprogramm. Es wurden Gedichte rezitiert, Weihnachtslieder gesungen und so manche selbstgemachte Köstlichkeit verzehrt. "Lebensmut und Optimismus sind wichtige Faktoren, die das Leben mit der Herzpumpe erleichtern", sagte Psychologe Klaus Otto.