Große Feuerwehrübung im Klinikum

Samstag, der 1. Oktober 2016 um 8.10 Uhr. Feueralarm im Klinikum. Nach ca. fünf Minuten trifft die Freiwillige Feuerwehr Karlsburg ein,danach die Wehr aus Lühmannsdorf und die aus Klein Bünzow. Weitere Fahrzeuge folgen. Nach etwa 20 Minuten sind acht Wehren aus der Region auf dem Campus des Klinikums. Andreas Schröder, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Karlsburg, koordiniert mit einem vierköpfigen Leitungsteam den Einsatz der 66 Kameraden. Jeder hat seinen Part. Die Absprachen sind kurz. Im Häuschen an der Klinikschranke signalisiert der elektrische Brandmelder den Ort des Brandherdes: Keller der Diabetes-Kinderklinik. Mit den ständig griffbereit liegenden Einsatzplänen machen sich kleine Teams auf den Weg. Während die einen Wasserschläuche legen und anschließen, bereiten sich andere auf den Einsatz mit Atemschutzgerät vor. Nebelschwaden dringen bereits durch die Kellertür der Kinderklinik nach draußen. Wenig später führt ein erstes Rettungs-Duo mit Atemschutzgerät ein 14-jähriges Mädchen aus dem Klinikgebäude. Doch schon schlägt der Brandmelder erneut an. Feuer im Mensagebäude. 
"Zum Glück handelt es sich nur um eine Übung. So einen Ernstfall will sich niemand vorstellen, doch wir müssen vorbereitet sein", sagt Verwaltungsleiterin Iris Brinkmann vom Klinikum Karlsburg. Gemeinsam mit ihr beobachten Klinikdirektor Prof. Dr. Wolfgang Motz und der externe Brandschutzbeauftragte der Klinik, Gerhard Lange aus Neubrandenburg, das Geschehen. „Auf die Idee zu dieser Großübung brachte uns der im Frühjahr eröffnete Neubau im Innenhof unseres U-förmigen Klinikgebäudes. Wir wollten sehen, wie dort mit großen Leiterwagenfahrzeugen gearbeitet werden kann“, erklärt Iris Brinkmann. Zufrieden blickt sie auf das Spezial-Fahrzeug aus Wolgast, das gut gesichert die 30 Meter lange Leiter ausfährt. Der Korb mit den Feuerwehrleuten erreicht bequem die oberen Balkons und schwenkt über das Dach hinweg. Einige Patienten und Schwestern schauen neugierig vom Balkon zu. Sie wurden rechtzeitig über die Übung informiert. „Herzpatienten will niemand beunruhigen“, sagt die Verwaltungsleiterin. Aber nicht nur die Klinikleitung zieht ein positives Fazit aus dieser Übung, die mit einem gemeinsamen Mittagessen aller Einsatzkräfte in der Mensa beendet wird. Wehrführer Schröder bilanziert: „Ziel dieser Großübung war es, dass jeder seinen Platz findet, die Örtlichkeiten kennenlernt und entsprechend handelt. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert.“ Gleichzeitig bedankt sich Schröder bei der Klinik, denn die Feuerwehr, so sagt er, brauche „gute Partner, um realitätsnah üben zu können“. 
Vor allem abenteuerlich war der Tag für die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr Karlsburg, die als Statisten dienten und aus den mit Diskonebel verräucherten Räumlichkeiten „befreit wurden“. Die 14-jährigen Jenny Hoge und Lea Putzar geben zu, auch etwas aufgeregt gewesen zu sein. Sie trainieren bereits seit fünf Jahren bei der Feuerwehr Karlsburg und können sich vorstellen, in zwei Jahren zur aktiven Feuerwehr zu wechseln. „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die helfen können. Und es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe“, erzählen sie. Dann berichten sie, wie beruhigend es gewirkt habe, als die Feuerwehrleute im dunklen Keller zu ihnen sagten: „Keine Sorge, wir holen Euch hier raus.“