Ethikberatung

Verfahrensordnung für den Arbeitskreis Ethik am Klinikum Karlsburg  

1. Aufgaben des Arbeitskreises

Die Mitglieder des Arbeitskreises Ethik beraten regelmäßig zur Entwicklung und Einhaltung ethischer Leitlinien, organisieren Weiterbildungen zu ethischen Fragestellungen und tragen zu einer von ethischen Werthaltungen geprägten Unternehmenskultur bei. Ein wesentliches Instrument der Kommunikation zu ethischen Fragestellungen ist die klinische Ethikberatung, die sowohl in einer aktuellen Entscheidungssituation als auch retrospektive angefordert werden kann. Behandlungsverläufe rückblickend zu betrachten und Rückschlüsse für künftige Entscheidungen zu ziehen, ist wesentlich für eine hohe Behandlungsqualität innerhalb des Klinikums. Eine klinische Ethikberatung bezogen auf eine konkrete Situation, bei der Patienten, Angehörige und Mitarbeiter persönlich betroffen sind, findet nur auf Antrag statt. Darüber hinaus können auch allgemeine ethische Themen und Fragestellungen  von Mitarbeitern, Angehörigen und Patienten an den Arbeitskreis Ethik herangetragen werden. 

2. Beratungsantrag

Alle an der Patientenversorgung im Klinikum Karlsburg Beteiligte und betroffene Personen, insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige und juristische Stellvertreter können sich mit einem Anliegen an den Arbeitskreis Ethik wenden und eine klinische Ethikberatung beantragen. Der Antrag zur klinischen Ethikberatung kann formlos gestellt werden, vorzugsweise jedoch mittels eines Beratungsantrages, der auf der Homepage des Klinikums Karlsburg vom Arbeitskreis Ethik bereitgestellt bzw. auf Anfrage zugesandt wird. Beratungsanträge für Patienten und Angehörige liegen auf jeder Station und in den Wartebereichen aus (Flyer). Der Kontakt zum Arbeitskreis Ethik erfolgt für Patienten und Angehörige über einen Briefkasten an der Rezeption des Klinikums (Schlüssel Dr. Bernd Müllejans, Pastorin Brita Bartels, Pflegedienstleiterin Andrea Hinniger). Mitarbeitende des Klinikums füllen das Formular Anforderung Ethikberatung aus und geben dieses entweder an die Mitarbeiter der Rezeption, die im dringenden Fall umgehend die Leitung des Arbeitskreises Ethik kontaktieren,  in den Briefkasten oder über die Hauspost direkt an die leitenden Mitarbeiter des Arbeitskreises (Dr. Bernd Müllejans, Pastorin Brita Bartels, Pflegedienstleiterin Andrea Hinniger). 

3.  Annahme, Bearbeitung und Dringlichkeit eines Antrages 

Bei Eingang eines Antrages sollte eine zeitnahe Beratung gewährleistet sein. Über die Dringlichkeit einer Zusammenkunft entscheidet die Leitung des Arbeitskreises Ethik. Ist ein Antrag eingegangen, der sich auf einen konkreten Behandlungsfall bezieht und bei dem Patienten, Angehörige oder Mitarbeitende persönlich betroffen sind, kontaktiert die Leitung mindestens zwei Mitglieder des Arbeitskreises und vereinbart umgehend ein Beratungsgespräch mit allen Beteiligten. Bei Bedarf können externe Sachverständige beratend hinzugezogen werden. Um eine positive Kommunikationsatmosphäre zu gewährleisten, sollte die Anzahl der zur Beratung hinzugezogenen Mitglieder des Arbeitskreises angemessen sein. Sollte ein Anliegen an die Leitung des Arbeitskreises herangetragen werden, bei dem aus Sicht der Leitung keine ethische Fragestellung vorliegt, empfiehlt der Arbeitskreis nach Möglichkeit Optionen zur weiteren Bearbeitung. Der/die Antragssteller/in wird darüber schriftlich informiert und möglichst im direkten Gespräch beraten. Das Gremium des gesamten Arbeitskreises wird auf der nächsten ordentlichen Sitzung zu Beratungsanträgen und Beratungsergebnissen anhand des Protokollbogens zur klinischen Ethikberatung (siehe 5.) informiert. Alle Beratungsinhalte sind vertraulich zu behandeln. 

4. Ethikberatung 

Ziel der Ethikberatung ist es, durch Moderation und Analyse zur Lösung eines ethischen Konfliktes in einem konkreten Behandlungsfall beizutragen und eine  wertschätzende Kommunikation zwischen den Beteiligten zu gewährleisten. Sie hilft bei der ethischen Reflexion und unterstützt die Suche nach einer für alle Beteiligten nachvollziehbaren Entscheidung. Die Ethikberatung wird von einem Mitglied des Arbeitskreises geleitet und moderiert. Die Beratung findet in Anwesenheit von möglichst allen am Entscheidungsprozess beteiligten Personen statt. Der Ablauf einer Ethikberatung orientiert sich am Protokoll zur klinischen Ethikberatung (Niemweger Modell):   In einem ersten Schritt werden noch einmal alle relevanten medizinischen, pflegerischen und sozialen Aspekte dargelegt. Im zweiten Schritt wird die ethische Fragestellung formuliert, die in der Beratung diskutiert werden soll. Alle Beteiligten formulieren ihre Meinungen, Einsichten und Haltungen zu der konkreten Frage. Aus dem Beratungsgespräch sollte eine Empfehlung an die behandelnden Mitarbeiter resultieren, die alle Beteiligten mittragen können (Konsens).  

5. Abschluss und Dokumentation 

Das Beratungsergebnis wird mittels des Protokollbogens zur klinischen Ethikberatung dokumentiert. Das Protokoll wird in der Regel von einem Mitglied des Arbeitskreises erstellt sowie von zwei Mitgliedern unterzeichnet. Der Protokollbogen wird dem/r Antragssteller/in nach Abschluss des Beratungsprozesses zugeleitet und der Patientenakte beigelegt. Nach Abschluss einer Ethikberatung können die Beratenden des Arbeitskreises darüber entscheiden, ob sich weiterer Handlungsbedarf ergibt, etwa in Form der Formulierung einer neuen Leitlinie bei ethischen Grundsatzfragen. Auch Folgetermine zur klinischen Ethikberatung können vereinbart werden.

6. Fokussierung klinischer Ethikberatung

Die klinische Ethikberatung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der internen Kommunikation zwischen verschiedenen Professionen und Fachbereichen und zum wertschätzenden und empathischen Umgang der medizinisch Tätigen mit den ihnen anvertrauten Menschen. Sie sollte das Behandlungsteam stärken und den Einzelnen im Arbeitsalltag bei schwierigen Entscheidungen entlasten. Der Arbeitskreis Ethik ist vor allem beratend tätig und die Arbeitsergebnisse klinischer Ethikberatung haben immer empfehlenden Charakter. Die Verantwortung für medizinische und pflegerische Entscheidungen und Behandlungsabläufe verbleibt bei den jeweils Verantwortlichen des ärztlichen und pflegerischen Teams. Klinische Ethikberatung ist keine Rechtsberatung. In einer ethischen Konfliktsituation kann jedoch über die aktuelle Rechtslage informiert werden. 

Klinikum Karlsburg

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Ethik-Beratungsantrag

Kodex Medizinprodukte

Das Klinikum Karlsburg orientiert sich in seiner Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen am „Kodex Medizinprodukte“, der vom Bundesverband Medizintechnologie e.V. erarbeitet wurde und klare Verhaltensregeln auf der Grundlage der deutschen Rechtsprechung festlegt. Diese Verhaltensregeln genügen hohen ethischen Grundsätzen sowie den Bedürfnissen der medizinischen Forschung und tragen dazu bei, die Transparenz zu erhöhen und mögliche Irritationen zu vermeiden. (Kodex pdf hier)

Beauftragter Medizinproduktesicherheit

Als Beauftragter für Medizinproduktesicherheit im Klinikum Karlsburg arbeitet Medizintechniker Erik Schmidt. Zur Kontaktaufnahme: mpg.karlsburg@drguth.de.