Ein kleiner Pieks und ein großer Tag

Im Klinikum Karlsburg herrschte zu Wochenbeginn große Freude und Erleichterung. Das Herz- und Diabeteszentrum zählt zu den ersten Kliniken im Land, die den Corona-Impfstoff für seine Mitarbeiter einsetzen kann. Am 29. Dezember 2020 holte Krankenhausapothekerin Dr. Ursula Scheefeld die sehnlich erwartete Fracht vom Greifswalder Verteilzentrum ab. Dabei handelte es sich um 20 Impfampullen für die ersten 100 Klinikmitarbeiter. Gut verpackt in einer Kühltruhe, die die vorgeschriebene Kühlschranktemperatur gewährleistet.  „Wir haben uns früh um den Impfschutz gekümmert, weil wir unsere Mitarbeiter und ihre Familien schützen wollen. Vor allem für das Personal mit Erstkontakt im Notfall ist die Impfung ausgesprochen wichtig“, sagt Prof. Dr. med. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums. Der Impfschutz garantiere zudem, dass Personalausfälle minimiert werden können und der Klinikbetrieb aufrechterhalten werden kann. Niemand möchte es sich vorstellen, wenn bei uns notwendige Herzoperationen abgesagt werden müssten“, betont Prof. Motz. Der Impfstoff ist für den erfahrenen Kardiologen, der das Herz- und Diabeteszentrum seit 1995 leitet, allgemein ein großer Meilenstein“, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Bekanntlich gehören Herz- und Diabetespatienten zu den Corona-Risikogruppen. „Deshalb werden alle planbaren Patienten vor ihrem Klinikaufenthalt auf das Virus getestet. Für Besucher gab es auch im Sommer in Karlsburg keine Lockerungen. Bislang hat unsere Klinik-Firewall gut funktioniert.“ Großer Dank gelte dem Land Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere dem Gesundheitsministerium, das die Impfdosen schnell zur Verfügung stellte. 

Zu den Ersten, die am Dienstag geimpft wurden, gehörte Oberarzt Dr. med. Dirk Menzel, Spezialist für Herzrhythmusstörungen. „Ich bin sehr, sehr, sehr froh.“ Nur durch das Impfen könne die Gefahr für die älteren und kranken Menschen eingedämmt werden. Ebenso äußert sich Marko Berger, Pfleger auf der Intensivstation. Der 30-Jährige hat nicht lange überlegen müssen. Der Impfstoff sei hoffentlich so wirksam, dass er als Virus-Überträger ausfalle. Geimpft wird im Zehn-Minutentakt. Oberarzt Dr. Bernd Bley, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologe, leitet die Impfaktion und ist selbst erstaunt, wie reibungslos alles funktioniert. „Das Impfen gehört in einem Herz- und Diabeteszentrum nicht zu einer Kernkompetenz. Schnell haben sich aber Ärzte gemeldet, die bereits Erfahrungen mitbringen.“ Neben Dr. Bley gehören zum Impfteam Dr. Antonia Müller (Kinderärztin und Diabetologin), Hanna Grabow (Allgemeinmedizinerin) und Pfleger Michael (Intensivstation). Für die ersten 100 Mitarbeiter werden zwei Impftage in Karlsburg veranschlagt.