Klinik für Kardiologie –
Herzklappenerkrankungen

Herzklappenerkrankungen

Implantation von Aortenklappenstents in Karlsburg

Die Implantation von Aortenklappenstents wird im Klinikum Karlsburg seit dem Jahr 2009 praktiziert. Mittlerweile handelt es sich hierbei um ein etabliertes Therapieverfahren. Im Jahr  2002 wurde von Prof. Dr.  Alain Cribier in Rouen  (Frankreich) der erste Aortenklappenstent bei einem Patienten eingesetzt. 
Seit Einführung des Verfahrens im Klinikum Karlsburg steigt die Zahl der versorgten Patienten kontinuierlich an. Derzeit erhalten fast 300 Patienten jedes Jahr einen  Aortenklappenstent. Damit gehört das Klinikum Karlsburg deutschlandweit zu den erfahrensten Zentren, wodurch hochbetagten und schwer kranken Patienten eine Behandlungsoption eröffnet wird, die ihnen vor einigen Jahren noch nicht zur Verfügung stand. In Deutschland zählt die Klinik damit zu den Vorreitern dieses innovativen Verfahrens. 
Entsprechend den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Gesellschaft für Kardiochirurgie, sowie den europäischen Leitlinien werden die Patienten für dieses Verfahren ausgewählt. Ein Team aus Kardiologen und Herzchirurgen (Heartteam) entscheidet in enger Abstimmung mit der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, welche Therapie für den Patienten die optimale Behandlungsmethode darstellt. Dabei wird entschieden, ob ein konventionell-offen-chirurgischer Klappenersatz oder eine minimal-invasive Aortenklappenstentimplantation zum Einsatz kommt. Wichtige Kriterien sind dabei das Patientenalter, Vorerkrankungen und bereits erfolgte Operationen am Brustkorb (Bypass-OP, Klappenersatz, Aorten-Operationen etc.). Auch der Allgemeinzustand spielt eine bedeutende Rolle. Die abschließende Entscheidung orientiert sich also ausschließlich an medizinischen Aspekten. Mittlerweile werden ca. 95% aller minimalinvasiven Aortenklappenstentimplantationen transvaskulär durchgeführt (via Leisten- oder Axillar- Arterie). Nur noch in seltenen Ausnahmefällen werden Stentklappen über die Herzspitze eingesetzt. Das erfolgt immer dann, wenn die Gefäße dafür nicht geeignet sind, z.B. bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (paVk). 
Im Klinikum Karlsburg werden alle Eingriffe entsprechend den Leitlinien im hochmodernen Hybrid-OP vorgenommen, so dass für die Patienten ein optimales Umfeld vorgehalten werden kann. Aktuell werden die zwei weltweit am häufigsten implantierten Aortenklappenstents mit den besten Studienergebnissen verwendet. Dies ist die ballonexpandierende Aortenklappe SAPIEN 3 der Firma EDWARDS (links) sowie die selbstexpandierende Aortenklappe COREVALVE EVOLUT R der Firma MEDTRONIK (rechts). Beide Klappen ermöglichen sehr gute Implantationsergebnisse. 
Darüber hinaus wird zunehmend auch die Behandlung degenerierter Bio-Aortenklappen mittels TAVI-Prozedur erfolgreich praktiziert. Dabei wird ein Aortenklappenstent in die funktionseingeschränkte BIO-Aortenklappe eingesetzt. Auch dies erfolgt hauptsächlich über die Leistenarterie. Damit kann dem Patienten eine komplikationsträchtige RE – OP erspart werden. Ob dieses Verfahren im konkreten Fall durchgeführt werden kann, entscheidet ebenfalls das Heartteam. Im Klinikum Karlsburg wurden bisher fast 100 dieser Implantationen erfolgreich durchgeführt. Zukünftig werden wir sicher auch noch andere Herzklappensysteme einsetzen. Zur Zeit sind interessante Weiterentwicklungen auch für andere erkrankte Herzklappen in der Pipeline der Hersteller.
Zuerst wird im Heartteam entschieden, ob eine konventionelle Herzoperation oder ein interventionelles Vorgehen sinnvoll ist. Hat man sich für das interventionelle Verfahren entschieden, wird festgelegt, ob man über die Leiste oder die Herzspitze den Herzklappenstent einführt. Bei Verkalkungen in den Gefäßen wird meist das Vorgehen über die Herzspitze bevorzugt.
Im Klinikum Karlsburg wird mit zwei verschiedenen Stentsystemen gearbeitet. Den aktiv mittels Druck zu implantierenden Edwardsklappen (links) und den sich selbst expandierenden Corvalve-Stents (rechts).

Mitraclip bei Mitralklappeninsuffizienz

Die symptomatische Schlussunfähigkeit der Mitralklappe (Mitralinsuffizienz) ist nach der Aortenklappenverengung oder -undichtigkeit der zweithäufigste Klappenfehler, der bis vor einigen Jahren nur durch eine Herzoperation revidiert werden konnte.  
Die bisher vorhandenen katheterbasierten Techniken zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz bei Risikopatienten können die komplexe operative Versorgung nur teilweise realisieren. Hier wird indirekt versucht, den Mitralklappenring zu raffen und damit die Undichtigkeit der Klappe zu beseitigen bzw. zu verringern. Lediglich die kathetergestützte Mitralklappenrekonstruktion mit dem MitraClip-System (CE-Zulassung 2008) befindet sich derzeit in einer erfolgreichen breitenklinischen Anwendung. Rund 12.000 Patienten wurden weltweit mit dem MitraClip-System (Firma Abbott) versorgt.
 
Im Klinikum wird das MitraClip-System seit 2011 erfolgreich eingesetzt
 
Im Klinikum Karlsburg wird das MitraClip-Verfahren seit  2011 angewandt. Knapp 100 Patienten erhielten bisher diese innovative patientenschonende Therapie. Trotz selektionierten Patientenkollektivs (hohes Lebensalter, erhebliche Co-Morbiditäten, voroperierte Patienten, Patienten mit deutlich eingeschränkter Pumpfunktion) war und ist die Komplikationsrate sehr gering. Die Prozedur konnte bei 97 Prozent der Patienten erfolgreich durchgeführt werden. Der Erfolg der MitraClip-Therapie zeigt sich nicht nur in der Echokardiographie, wobei eine leicht- bis mittelgradige Restinsuffizienz der Klappe keine klinische Relevanz hat. Wichtiger ist die deutliche Reduzierung der Symptome der Mitralklappeninsuffizienz, was letztendlich auch zu einer verringerten Hospitalisierungsrate nach MitraClip-Therapie führt. Verlaufskontrollen nach 1, 6 und 12 Monaten (Echokardiographie, Laborabnahme sowie Spiroergometer, falls durchführbar) erfolgen entweder in den regionalen kardiologischen bzw. internistischen Praxen oder aber in unserer Einrichtung. Zum Ausschluss von späten Mitralklappenverengungen sollten die Patienten noch ein bis zwei Jahre echokardiographisch nachverfolgt werden.  
Das Klinikum Karlsburg wurde Anfang März 2019 erneut durch die Gesellschaft für Kardiologie als TAVI-Zentrum zertifiziert. Erstmals war diese Auszeichnung 2016 erfolgt. Gewürdigt werden die hohe Qualität bei der Behandlung sowie die hervorragenden Bedingungen in Karlsburg.  

Spezialist Aortenklappen

Kardiologe
OA Dr. med. Ronald Bittner 
Tel.038355/701283

Spezialist Mitralklappen

Kardiologe
OA Frank Szigat
Tel. 038355/701283